Tagebuchbasierte Einzelfallstudie zu mentalen Dynamiken eines Early-Stage-Startup-Teams beim Markteintritt
Projektlaufzeit: 1. August 2025 bis 31. Dezember 2026
Projektbeteiligte:
- Johanna Heisgen (TU München / HWR Berlin)
- Prof. Dr. Melanie Richards (TU München)
Das Projekt begleitet in einer Einzelfallstudie ein frühphasiges Startup-Team während der Markteintrittsphase über insgesamt sieben Monate hinweg. Die Studie baut auf bisherigen Arbeiten zu Diary-Methoden im Entrepreneurship-Kontext auf und verknüpft eine digitale Tagebucherhebung mit einem ethnografischen Forschungsdesign. Diese Kombination ermöglicht, die GründerInnen eng in ihrem unternehmerischen Alltag zu begleiten.
Im Zentrum des Projekts steht zum einen die methodische Frage, wie sich Tagebuchmethoden im realen Leben von Entrepreneuren implementieren lassen, sodass sie sowohl für die Forschung ergiebig als auch für die GründerInnen praktikabel bleiben. Die Studie dient dazu, neue Einsatzmöglichkeiten der Diary-Methodik mit Startup-GründerInnen zu erproben, typische Herausforderungen bei der Datenerhebung zu identifizieren und systematisch Rückmeldungen aus der Praxis zur Handhabbarkeit des Ansatzes zu gewinnen.
Zum anderen richtet das Projekt inhaltlich den Blick auf die mentalen Aspekte des Gründungsalltags während der hochdynamischen Phase des Markteintritts. Untersucht werden dabei insbesondere die mentalen Anforderungen und Ressourcen der GründerInnen, deren Veränderungen im Zeitverlauf sowie die Unterschiede innerhalb des Gründungsteams. Der Markteintritt wird als relevante und zugleich volatile Phase verstanden, in der Euphorie, Motivation und Unsicherheit, hohe Arbeitsbelastung und parallele Anforderungen dicht beieinander liegen und sich unmittelbar auf die GründerInnen, das Team und die Entwicklung des gesamten Startups auswirken können.
Ziel des Projekts ist es, anhand der Tagebucheinträge und begleitender ethno-grafischer Daten Muster und Verläufe mentaler Herausforderungen sichtbar zu machen und zu verstehen, wie Gründerinnen mit Belastungen, Stress und Unsicher-heiten umgehen. Gleichzeitig sollen aus dieser empirischen Grundlage Hinweise darauf abgeleitet werden, wie Diary-Methoden in der Gründungsphase methodisch sinnvoll gestaltet werden können, um die inneren Prozesse von Entrepreneuren differenziert zu erfassen.
Mit dem Abschluss des Projekts ist eine wissenschaftliche Veröffentlichung geplant. Perspektivisch bildet die Studie die Grundlage für mögliche weitere Erhebungs-wellen.
