Digitale Matchingplattform MatchA – Innovative Algorithmen für erfolgreiche Unternehmensnachfolge in der Architekturbranche
Das Forschungsprojekt wird vom Institut für Entrepreneurship, Mittelstand und Familienunternehmen (EMF-Institut) der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Felden verantwortet. Projektpartner ist das Team um Prof. Dr. Jan Wirsam von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin.
Laufzeit: Zwei Jahre (IFAF-gefördert), Abschluss März 2025
Projektbeschreibung:
Viele mittelständische Unternehmen – speziell in der Architektur- und Planungsbranche – stehen vor dem Problem, keine passenden Nachfolger*innen zu finden. Herkömmliche Matching Plattformen setzen meist ausschließlich auf Kennzahlen wie Umsatz, Größe oder Standort und blenden zentrale Faktoren wie Unternehmenskultur oder Führungsstil aus. Die Folge: Jedes Jahr verschwinden zahlreiche inhabergeführte Büros dauerhaft vom Markt. Das Projekt MatchA schließt diese Lücke und entwickelt erstmals eine digitale Matchingplattform, die betriebswirtschaftliche Kennzahlen systematisch mit psychologischen Faktoren verknüpft. Dazu wurde ein innovativer Matching-Algorithmus in Zusammenarbeit mit Branchenpartnern wie der Architektenkammer Berlin, der Architektenkammer Nordrhein Westfalen und der Bundesarchitektenkammer entwickelt. Kern des Projekts ist eine wissenschaftlich fundierte Fragenbatterie, die neben klassischen Kennzahlen auch „Soft Skills“, Werte, Führungsverständnis und persönliche Einstellungen der Abgebenden und Übernehmenden berücksichtigt. Über 35 bestehende Matching-Plattformen wurden hierfür analysiert. Der gemeinsam mit den Praxispartnern abgestimmte Algorithmus liefert passgenaue Vorschläge für stabile und nachhaltige Unternehmensübergaben.
Im Verlauf des Projekts erarbeitete das Team einen digitalen Prototyp und validierten diesen zusammen mit den Praxispartnern in gemeinsamen Feedbackschleifen. Neben den technischen Komponenten wurde ein Konzept für die langfristige Integration in bestehende Nachfolgebörsen und für eine nachhaltige Finanzierungs- und Betriebsstruktur entwickelt.
Aktueller Stand und Ausblick:
Nach Abschluss von MatchA wird die Technologie als „Switch Extern“ in Kooperation mit der EQUA-Stiftung branchenübergreifend weiterentwickelt. Das Ziel ist, das Matching-Prinzip für inhabergeführte Unternehmen aus weiteren Bereichen (Handwerk, Einzelhandel oder mittelständische Industrie) bereitzustellen und so einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Unternehmensnachfolge in Deutschland zu leisten. Die wissenschaftlichen Ergebnisse werden laufend über Veröffentlichungen, Konferenzbeiträge und die Kommunikationskanäle der Praxispartner zugänglich gemacht.
